6. Frage

Wie sichern wir angesichts des demografischen Niedergangs die wirtschaftliche und soziale Stabilität der Nation?

Auch diese existenzielle Frage ist gänzlich unbeantwortet. Auch hier wird die Schärfe des Problems nicht gesehen. Auch hier wird gelogen und verniedlicht.

Man glaubt noch immer, auf unbegrenzte Dauer ein wohlhabendes Land bleiben zu können. Es fehlt die Erkenntnis, dass eine überalterte, zahlenmäßig schrumpfende Bevölkerung die Produktivitätsfortschritte nicht mehr erzielen kann, die zum Erhalt des heutigen Wohlstandsniveaus nötig sind.

Nach vier Jahrzehnten mit einer der weltweit niedrigsten Geburtenraten ist die demografische Entwicklung der kommenden Dekaden sehr verlässlich vorauszuberechnen. Im Jahr 2040 wird demnach der Anteil der über 65-jährigen im Verhältnis zur Zahl der Erwerbstätigen doppelt so hoch sein wie heute. Auf einen Erwerbstätigen kommt in Deutschland dann statistisch gesehen ein Rentner.

Die Hoffnung, diese Entwicklung durch Einwanderung von Hochqualifizierten entschärfen zu können, ist irrational. Die Leistungsstarken kommen doch nicht hierher, um unsere Sozialsysteme vor dem finanziellen Kollaps zu bewahren. Und unser eigener hochqualifizierter Nachwuchs hat dann Angebote aus aller Welt.

Um es klar zu formulieren: Deutschland kann sich in Anbetracht seiner demografischen Situation und den sich verschärfenden Wettbewerbsbedingungen der Zukunft keine so große Zahl von Geringqualifizierten, wenig Produktiven und dauerhaft von Sozialleistungen Lebenden mehr leisten. Programme im Bildungsbereich sollten hier strukturelle Verbesserungen realisieren.

Das Ehegattensplitting sollte zugunsten eines Familiensplittings aufgegeben werden. Gerade bildungsnahe Familien könnten so dazu motiviert werden, mehr Kinder als bisher haben zu wollen.

Für eine solche Politik fehlen zurzeit nicht etwa die Mittel. Die Politik setzt nur grundverkehrte Prioritäten.
Sie verpulvert die finanziellen Reserven für eine sinnlose sogenannte Klimaschutzpolitik. Für eine ausgeuferte „Sozialindustrie“ mit wenig effizienten Programmen. Für die Rettungsmaßnahmen des Euro, die nichts anderes als die Rettung insolventer Banken sind.

Eine Politik, die wirklich nachhaltig sein wollte, müsste den ideologischen Verblendungen des augenblicklichen Zeitgeistes mit seiner vorgeblichen „Gerechtigkeit“ widerstehen und heute das Steuer umlegen, bevor die fiskalische und politische Manövrierfähigkeit verloren geht.