3. Frage

Welche Stabilitätskultur des Geldes wollen wir?

Die Deutschen haben die schleichende Wandlung des Euros in eine Weichwährung noch kaum realisiert. Doch diese Erkenntnis wird nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

Der Verlust des Grundvertrauens in die Geldwertstabilität hat mittelfristig verheerende Auswirkungen auf die Geldwirtschaft, auf die Industrie- und Gewerbebetriebe und auf die Gesellschaft insgesamt.

Er wird Auswirkungen auf die Sparbereitschaft und die Sparquote haben, auf das Zinsniveau und die langfristige Investitionsneigung. Auf Kreditvergaben, Lohnfindungsprozesse und auf Lebensplanungen. Familiengründungen, Unternehmensneugründungen und Aufstiegschancen werden verbaut oder erschwert.

Im weltweiten Run auf Rohstoffe und Energie, der immer rasanter werden dürfte, gehören Weichwährungsländer zu den Verlierern. Die eigentlichen Verlierer aber sind in diesem Szenario die Verbraucher und die Sparer.

Die Frage nach der Stabilitätskultur des Geldes ist daher in ihrem Kern die Frage nach dem Fortbestand der demokratisch verfassten Mittelschichten-Gesellschaft.

Gerade die bundesrepublikanische Gesellschaft mit ihren leistungsbejahenden, werteschaffenden Milieus, ist dabei, ihren Gründungsmythos zu verlieren und auf einen falschen Weg zu geraten.